Erste Maßnahmen am Unfallort (Beweissicherung)

Angesichts überfüllter und harter Pisten sowie rücksichtsloser Fahrweise mancher Skifahrer und Snowboarder häufen sich die Unfälle. Wenn Sie Opfer eines Skiunfalles geworden sind ist es - neben der optimalen medizinischen Versorgung - zur Wahrung Ihrer Rechtsansprüche wichtig, sofort nach dem Unfall die Polizei zu verständigen und die vorhandenen Beweise zu sichern. Dazu gehört die Feststellung der Identität des Unfallverursachers sowie etwaiger Zeugen ebenso wie Beschlagnahme beschädigter Ausrüstung sowie die Anfertigung von Fotos von der Unfallstelle. Bei einem Unfall im Bereich der Liftanlagen oder einem Schaden, der durch mangelnde Pistensicherung eingetreten ist, sollte unbedingt auch der Betreiber des Skigebietes verständigt werden. Wichtig ist die Dokumentation der Verletzungen (sowie der Nachbehandlungen) durch einen Facharzt und die geordnete Aufbewahrung aller Unterlagen zum sonstigen Sachschaden (Behandlungskosten, Verdienstentgang, Haushaltschaden etc).

Wer kommt für den Schaden auf (Haftung)

Bei Zusammenstößen auf der Piste wird die Verantwortung anhand der international anerkannten FIS Regeln bestimmt. Gemäß FIS Regel 3 kommt dem vorderen, langsameren Skifahrer/Snowboarder der uneingeschränkte Vorrang zu. Für die Aufklärung des Unfalles sind daher die Geschwindigkeiten und die Fahrlinien der Beteiligten von großer Bedeutung. Da die Abwicklung mit den Rechtschutz- und Haftpflichtversicherungen einige Zeit in Anspruch nehmen kann sollten die Beteiligten und Zeugen ein Gedächtnisprotokoll und eine Skizze vom Unfallhergang anfertigen. Auch Fotos oder Videos von Helmkameras können hilfreich sein. Die meisten Skifahrer (ausgenommen jene aus dem ehemaligen Ostblock) verfügen über Haftpflichtversicherungen mit ausreichender Deckung. Skigebiete sind in Österreich gesetzlich verpflichtet, Versicherungen für etwaige Schäden abzuschließen.

Wo ist der Schaden geltend zu machen (Zuständigkeit)

Bei einem Unfall in Österreich sollte unbedingt ein österr Anwalt beauftragt werden, zumal dieser mit dem Skirecht vertraut ist und die (gemäß EU Recht) anzuwendenden österr Vorschriften kennt. Soferne eine außergerichtliche Einigung mit dem Schädiger scheitert ist die Klage beim zuständigen Gericht in Österreich einzubringen.

Wann ist der Schaden spätestens geltend zu machen (Verjährung)

Die Verjährung nach österr Recht beträgt 3 Jahre, gerechnet ab dem Tag des Unfalles. Bei Schäden durch Liftanlagen muss der Vorfall dem Betreiber innerhalb von 3 Monaten angezeigt werden.